bioidentische Hormontherapie

Was ist eine bioidentische Hormontherapie?

Bei der bioidentischen Hormontherapie werden im Gegensatz zur Therapie mit synthetischen Hormonen ( wie zum Beispiel bei Pillenpräparaten oder bei einer konventionellen Hormonersatztherapie) nur Hormone verwendet, die in ihrer bioidentischen Struktur den körpereigenen Hormonen entsprechen. Für die Therapie von Wechseljahresbeschwerden kombinieren wir im Allgemeinen das 17-ß-Estradiol mit bioidentischem Progesteron.

Welche Vorteile bietet eine bioidentische Hormontherapie im Vergleich zu einer konventionellen, synthetischen Hormonersatztherapie?

Richtig angewendet, wird das bioidentische Östrogen als Creme über die Haut appliziert, das bioidentische Progesteron wird als Weichkapsel abends geschluckt. Auf diese Weise können gefürchtete Risiken einer Hormonersatztherapie wie ein Ansteigen des Thrombose- und Lungenembolierisikos sowie des Brustkrebsrisikos deutlich reduziert werden.

Was bewirkt eine bioidentische Hormonersatztherapie?

Die Wechseljahre der Frau sind bestimmt durch die Einstellung des Östrogen-und Progesteronproduktion in den Eierstöcken. Akute Symptome können sein: Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen, besonders nachts, oft auch zusammen mit Durchschlafstörungen mit frühmorgendlichem Erwachen ab 3 Uhr. Auch psychische Symptome wie Unausgeglichenheit, Ängstlichkeit, depressive Verstimmung gehören dazu.

Folgende Langzeitfolgen des Östrogen-/ Progesteronmangels der Wechseljahre können sein:

Osteoporose, Hautalterung, Haarausfall, Arthrose, Gefäßverkalkung, vaginale Trockenheit, Libidoverlust Reizblase und vermehrte Harnwegsinfekte.

Diese Symptome lassen sich mit einer individuellen bioidentischen Hormonersatztherapie behandeln.

Welche Risiken hat eine bioidentische Hormonersatztherapie?

Die moderne, verbesserte Hormonersatztherapie von Wechseljahresbeschwerden ist durch die Verwendung von physiologischen Hormonen und der teilweisen Applikation über die Haut im Vergleich zur „konventionellen“ Hormonersatztherapie, die mit hochdosierten, synthetischen Hormonen durchgeführt werden,risikoarm und gut verträglich. Die gefürchteten Risiken eines Gefäßverschlusses durch eine Thrombose sind unter einer bioidentischen Hormontherapie mit Gabe des Östrogens über die Haut nicht erhöht. Auch das Risiko einer Brustkrebserkrankung ist deutlich niedriger als unter der „alten“ Therapie mit synthetischen Hormonen. Die Ergebnisse neuerer Studien zeigen sogar, dass das Brustkrebsrisiko unter einer bioidentischen Hormontherapie mit kutaner Gabe des Östrogens nicht höher ist als bei einer gleichalten Frau, die keine Hormone nimmt.

Bioidentisches Progesteron

Die ersten Anzeichen einer nachlassenden Hormonproduktion in den Jahren vor den Wechseljahren können Schlafstörungen, auch Durchschlafstörungen mit Reizbarkeit und Ängstlichkeit sein. Auch werden häufig wieder Regelschmerzen und prämenstruelle Blutungen berichtet als Folge eines Progesteronmangels in der zweiten Zyklushälfte. Hier können wir bioidentisches Progesteron als Monotherapie einsetzen, um sanft und wirksam die Symptome zu beheben. Das Krebsrisiko ist durch diese Art der Therapie nicht erhöht.

Melatonin

Auch die Melatoninproduktion in der Zirbeldrüse unseres Gehirns nimmt im Laufe des Lebens ab und führt dazu, dass wir im Alter nicht mehr so gut schlafen und häufiger wach werden. Bei chronischer Schlaflosigkeit verwenden wir bioidentische Melatoninpräparate, die zu einem Drittel sofort freisetzen, zwei Drittel langsam freigeben über 6-8 Stunden ermöglichen. Dadurch werden nicht nur Einschlaf- sondern die viel häufigeren Durchschlafströungen gut und nebenwirkungsarm behandelt.

 

DHEA

DHEA ( Dehydroepiandrosteron) wird in der Nebenniere synthetisiert und gilt als ein Vorläufer der Androgensynthese; es wird im Körper zu Androgenen und Östrogenen weiterverarbeitet. Auch die DHEA-Produktion nimmt mit zunehmendem Alter deutlich ab und kann auf natürliche, bioidentische Weise substituieret werden bei:

Ängstlichkeit, Erschöpfung,Libidostörungen, depressive Verstimmungen

Hormonspiegelkontrollen vor und während der Therapie stellen eine Voraussetzung der Therapie dar.